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24.07.2011 Frankfurter Sparkasse IRONMAN Eurpean Championship: 12. Platz OverAll, Vize-Europameister AgeGrouper_

Was soll ich sagen, ein phänomenaler Tag bei nicht angenehmen äußeren Bedingungen. Neue persönliche Bestzeit mit 8:42:29 Stunden. Aber der Reihe nach...

Nachdem das letzte Jahr beim Ironman auf der schönen Insel Cozumel sportlich nicht ganz so erfolgreich zu Ende ging, fing es dieses Jahr mit dem Ironman 70.3 auf Mallorca sehr vielversprechend an. Es war noch keine Top-Leistung die ich Mitte Mai auf der Baleareninsel abrufen konnte, aber ich wusste das ich auf dem richtigen Weg bin. Nach weiteren Trainingsblöcken in der Heimat sollte sich dies beim Frankfurter Sparkasse IRONMAN European Championship bewahrheiten.

Die Wettervorhersagen waren schlecht. Bei trockenem Wetter das Rad einchecken war schon viel Wert. Beutel abgeben, Rad in die Schutzfolie einpacken, Schuhe und Helm so platzieren das alles trocken bleibt - sicher ist sicher. Schon auf dem Weg von der Wechselzone zum Auto zurück wurden wir schon wieder nass - die Vorbelastung war schon nicht sehr angenehm. Es stellte sich mir noch immer die Frage der Kleiderwahl für das Rennen. Jetzt erst mal Nahrung aufnehmen und der Family erklären wie der nächste Tag abläuft und chillen, Füße hoch, die Vorfreude genießen. Schlafen. Alles ohne weitere Zwischenfälle, ein optimaler Vorabend. Blieb immer noch die Kleiderfrage. Egal.

Der morgendliche Ablauf ist mittlerweile fest eintrainiert. Alles läuft nach Plan. Sicherheitshalber nehme ich meine Windweste mit, vielleicht nehme ich sie doch auf dem Rad - Armlinge lasse ich weg. Mit meinem Arbeitskollegen und Mitstreiter im Helaba-Team Robert mache ich mich auf den Weg nach Frankfurt zur Messe, wo wir in den Shuttlebus zum Langener Waldsee umsteigen. Es ist kalt. Das die Wassertemperatur höher liegt als die Außentemperatur hat man dann auch eher selten. Zuerst wird alles klar gemacht: Reifen, Getränke, Tacho, Schuhe, Helm - dann die blaue Box. Alles passt. Gruppenbild mit den anderen Helaba-Athleten, die Stimmung ist trotz des Wetters gut. Wir wünschen uns das Beste für den Tag - für die einen ist er kürzer - die anderen werden länger mit dem Wetter kämpfen. Ich habe Glück das ich schon um 6:45 Uhr starten darf - die Zeit wird knapp. Neoprenanzug an - Schwimmkappe, Schwimmbrille und ab dafür; unterwegs noch schnell den Smoking-Beutel abgegeben - die Zeit drängt. Kurz vor dem See die Familie entdeckt, die Zeit musste ich mir noch nehmen, hatte schließlich noch drei Minuten und einschwimmen wird ja bekanntlich völlig überschätzt - kleiner Spaß am Rande.

SWIM: Endlich im Wasser, sehr angenehme Temperatur. Schnell noch ein paar Züge, Brille dicht, Kappe hält - "NOCH EINE MINUTE BIS ZUM START" ertönt es durch die Lautsprecher - ab jetzt kann es losgehen. 300 Athleten warten auf den Startschuss. Ich komme gut weg, bis zur ersten Wende zieht sich das Feld auseinander - habe ein gutes Wassergefühl. Zug für Zug. Der Landgang war auch gut - danach konnte ich auf eine Gruppe aufschwimmen und diese dann sogar noch hinter mir lassen - wurde ich schneller oder die langsamer - egal, das Ergebnis zählt. 56 Minuten stehen auf der Uhr, das erste Ziel ist erreicht. Jetzt den Berg vom See zur Wechselzone hoch, da kommt der Kreislauf in Wallung. Der erste Wechsel funktioniert super.

BIKE: Nach genau einer Stunde Wettkampfdauer starte ich die Aufzeichung am Radcomputer. Genau nach Plan. Der Radsplit startet bei trockenem Wetter, es ist kühl aber OK. Die erste Teilstrecke vom See nach Frankfurt rollt gut. Ich habe auf die Windweste verzichtet - TriTop und Hose sollen mich durch den Tag begleiten. Hoffentlich geht das gut, andererseits: wenn mir kalt ist - einfach schneller treten.
Zunächst Rückenwind, die Hanauer Landstraße wird man entlang gefegt, Bergen-Enkheim, beim Helaba-Verpflegungsstand werde ich empfangen, ich habe noch alles dabei, erst mal Meter machen... Das Wetter kippt, Regen setzt ein, hört auf, wieder ein schauer. Nasse Straßen, Wind. Auf dem Rückweg nach Frankfurt Gegenwind - die schöne Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt zusehends. Schade. Aber ich fühle mich gut, die Arme und Finger sind kalt aber ich kann meinen Tritt weiterfahren - auch in der zweiten Runde. In Richtung Wetterau richtig Druck gemacht, auf dem Rückweg gekämpft. Beim greifen nach Verpflegung merke ich, das Arme und Finger kalt sind, die Fingerfertigkeit ist nicht so ausgeprägt - alles etwas schwerfällig. Aber es läuft gut - komme ohne Probleme durch. Nach dem letzten Berg, dem Heartbreak Hill in Bad Vilbel wartet Coach Mario - ich fühle mich gut, kräftiger Abklatscher und die letzten Meter Berg ab nach Frankfurt. Das Tempo ziehe ich nochmal an. Meine Beine vermitteln mir ein gutes Gefühl - Vorfreude aufs Laufen steigt in mir auf. Mit Caroline Steffen, der ersten Frau, komme ich an der Wechselzone am Eisernen Steg an. Der Wechsel war nicht so doll. Da alle auf die erste Frau fixiert waren, hat man mich etwas übersehen und/oder ignoriert. Laufschuhe, Kappe, Sonnenbrille. Auf geht´s.

RUN: Nahezu Zeitgleich mit Caroline aus dem Wechselzelt auf die Laufstrecke gestürmt und schön in die Kamera gewunken. Der Lohn: Ich wurde vom Moderator als Kraftsportler bezeichnet. Noch nie in meinem Leben Kraftsport gemacht - außerdem beist sich das etwas mit meiner Wettkampf-Zeit zu diesem Zeitpunkt (knappe 5:45 Stunden). Egal, ich hörte es ja nicht. Meinen Rythmus finde ich sofort, 4er-Schnitt. Ob das nicht zu schnell ist. Ich fühle mich wohl, also los, warum nicht. Die erste Runde war nach knapp 42 Minuten abgehakt. ich merkte aber, dass ich bald einen Pittstop einlegen muss. Diese Hürde nahm ich auch, fand sofort wieder meinen Rhytmus. Ich konnte im restlichen Verlauf noch den ein- oder anderen Athleten einsammeln und mich Platz für Platz nach vorne schieben. Der Marathon kam mir sehr kurzweilig vor.

 

Bilder vom Wettkampf gibt es hier: Ironman Frankfurt

Ergebnis:

 
Zeit
Speed
Swim
0:56:06
1:29 min./100m
Trans
0:02:50
 
Bike
4:44:22
37,98 km/h
Trans
0:01:26
 
Run
2:57:45
4:12 min./km
 
 
Total
8:42:29
 
     
Platzierung
12.
2.
 
Gesamt
AK-M30-34

Vize-Europameister der AgeGrouper.

 

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