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Sonntag, 12.10.2008, 10:00 a.m. Hawaii; Sonntag, 12.10.2008, 22:00 Uhr MEZ _

Das erste Mal tut es halt weh

Es ist vollbtracht, ich habe bei der IRONMAN Worldchampionship auf Hawaii gefinished. Die Bedingungen war hart, beim schwimmen und radfahren mehr, beim laufen etwas weniger. Die Pre-Start-Zeit war sehr gut und ohne Überraschungen. Bodymarking, Rad aufpumpen, Getränke befüllen, Startnummer und Brille zurechtlegen. Mit der Ansage meines Vereinskollegen Jochen Diedrich: "Der Mauna Loa (der höchste Vulkan) liegt heute frei, das war noch nie da, das wird heute hart da draußen." ging es zum Schwimmstart. Aber nun der Reihe nach:

Swim: 1:06:26 Stunden. Mittendrin statt nur dabei

Ich konnte sehr weit nach vorne in Richtung Startlinie schwimmen. Die dritte Startreihe sollte es sein, weiter vor wollte ich nicht. Das wird so schon hart. Geduldiges Warten, Startschuss. Dann ging die Klopperei los. Mittendrin statt nur dabei - das kann man getrost so sagen. Nach vorne keine Platz, zur Seite keine Chance, von hinten kam die Masse. Also Mitschwimmen war angesagt. Nur hat man leider keine Linien und zudem noch Wellengang. Dazu kommt, dass man durch die Wellen die nächste Boje nur sieht, wenn man gerade oben ist. Querschwimmen, sowohl ich als auch die anderen, kam durchaus vor und wirft das Konzept, in Ruhe gerade aus zu schwimmen, durcheinander. Mit dem Salzwasser an sich kam ich gut zurecht, über die Schwimmzeit lässt sich evtl. Diskutieren.

Bike: 5:20:22 Stunden. Safety First - oder: So etwas habe ich noch nicht erlebt

Froh, endlich auf dem Rad zu sitzen, begann ich die ersten Meilen reinzutreten. Eine kleine Ortsdurchfahrt durch Kailua mit Wendepunkt und dann ging es auf dem Queen K-Highway in Richtung Hawi. Die ersten 70 km liefen wirklich gut. Aeroposition und treten, treten, treten. Die Beine fühlten sich gut an, das Herz-Kreislaufsystem arbeitete mit, die Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitszunahme funktionierten reibungslos. Wasser zum abkühlen, Gatorade zum trinken und weiter. Zwischendurch noch etwas Gegenwind, soweit alles OK. Dann kamen die letzten 30km nach Hawi (Wendepunkt), die gefährlichen Seitenwinde setzten ein und es war mit der Ruhe vorbei. Jochen hatte es angekündigt und meine schlimmsten Befürchtungen traten ein. Die nächsten 60km (30km bis Hawi und 30km nach Hawi) konnte ich nur Oberlenker fahren. Ich war so damit beschäftigt mein Rad auf Kurs zu halten, dass ich mir sagte: "Die Zeit ist mir jetzt erstmal gleichgültig, Hauptsache ich komme gesund wieder an". Andere sahen das anders, viele hat es auch erwischt. Teilweise wurde ich vom Wind gerade um einen Meter versetzt, das habe ich noch nicht erlebt - das war nicht wirklich eine schöne Erfahrung. Die Instabilität meines Rades muss ich nun mal eingehend prüfen. Einen Vorteil hatte die ganze Angelegenheit. Durch meine zurückhaltende Fahrweise hatte ich mir einige Körner aufgehoben die ich nun auf den letzten Kilometern freigelassen habe. Dadurch konnte ich einige agressivere Fahrer, die auf den harten Kilometern überzockt haben, einholen und distanzieren. Auf den letzten 50km war es dann nicht mehr so spektakulär. Klar hatten wir wieder Gegenwind, es ging bergauf und bergab aber das Rennen wurde sicher nach Hause gefahren.

Run: 3:13:01 Stunden. Happy End

Der Lauf war sehr gut. Gerade mal drei Minuten langsamer als in Frankfurt. Damit bin ich sehr zufrieden. Am Ali'i Drive säumen sich die Zuschauer noch, da macht das Laufen noch spaß, Wendepunkt nach 4 Meilen und den Ali'i Drive wieder runter, ein sehr schönes Feeling. Dann begann die Arbeit. Die Palani Road hoch (eine kurze knackige Steigung) laufen und dann auf dem Queen-K-Highway Richtung Flughafen bis ins Natural Energy Lab. Hier war nichts mehr: keine Zuschauer, kein Schatten. Jede Meile ein Verpflegungsstand und der Wille dieses Rennen zu Ende zu bringen. Ich stoppte die Uhr bei jeder Meile, die Zeiten blieben konstant und ich rechnete meine Endzeit hoch. Was beim Radfahren so trostlos schien, kam mir an der 5km-Laufmarke wie ein Traum vor. Allerdings hielt sich die Vorfreude in Grenzen, denn nach 5km kann man noch keinen Marathon hochrechnen. Bei Meile 13 von 26,4 traute ich mir dann eine erste Prognose zu und steckte mir das Ziel unter 3:15 zu bleiben. Vom Training her wußte ich das es noch einmal bergauf gehen wird, aber wo es bergauf geht, geht es auch bergab, also hielt ich an meinem Ziel fest. Den Wendepunkt im Energy Lab überwunden hieß es dann: Und jetzt geht es heim. Die letzten Steigungen ging ich noch verhalten an, auf ebener Strecke verschärfte ich dann etwas das Tempo. Die Palani Road abwärts war dann wieder hart, Tempoverschärfung, noch einige Plätze gutmachen und dann auf den Ali'i Drive einbiegen und die Zielkanalsstimmung aufnehmen. Ein großartiges Gefühl!

Nach 9 Stunden, 46 Minuten und 8 Sekunden hieß es dann: You are an IRONMAN!
In der Liste heißt das Rang 196 von 1736 finishern insgesamt, Platz 33 von 159 in der Altersklasse.

Danke an meine Anke und meine Eltern, die mich in der letzten Woche und am Renntag sehr unterstützt haben und einen großen Anteil an meine Finish hier haben. Jetzt ist Urlaub.

Bilder gibt es hier: Galerie.

p.s.: Leon, wenn du das nächste Mal meinen - nennen wir es mal individuellen - Laufstil kritisierst, werde ich nicht mehr sagen: "Lauf den Marathon beim Ironman in Frankfurt erstmal in 3:10." Ich werde dir gelassen die Antwort geben: "Lauf den Marathon beim Ironman auf Hawai erstmal in 3:13!"

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Freitag, 10.10.2008, 08:30 a.m. Hawaii; Freitag, 10.10.2008, 20:30 Uhr MEZ _

Nachtrag Startnummer: Ich werde mit der Startnummer 1538 ins Rennen gehen. Das Wettkampfdress wird so aussehen wie in Frankfurt und von daher leicht zu erkennen sein. Weises Oberteil und rote Hose.

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Donnerstag, 09.12.2008, 11:00 p.m. Hawaii; Freitag, 10.10.2008, 11:00 Uhr MEZ _

Der Mittwoch stand, wie bereits erwähnt, nochmal ganz im Zeichen des Sports. Mit einer großzügigen Schwimmrunde im Pazifik und anschließendem "Heim-"Lauf zum Apartment fing der Tag gut an. Der darauf folgende Brunch auf unserem Balkon hat sehr gut getan.

Danach begann der offizielle Teil der Rennwoche. Tageslizenz der amerikanischen Triathlon-Organisation USAT ziehen, Athletenregistrierung und Anmeldeprozess und die Wettkampfbesprechung standen auf dem Plan und brauchten auch ihre Zeit.

Danach sind wir den Queen K-Highway zum Energy Lab gefahren. Von dort aus bin ich noch zu einem kleinen 2-Meilen-Nachmittagslauf gestartet. Dort soll den Erzählungen nach die Nachmittagshitze am größten sein, zumal es über eine Meile auch bergauf geht. Leider oder zum Glück war es die ganze Woche über am Nachmittag immer bewölkt, was ich mir auch für den Marathon am Samstag wünschen würde.

Heute stand dann wieder ein Ruhetag an um die gestrigen Einheiten zu regenerieren. Ausgiebiges Frühstück und anschließender Shoppingtour über die Ironman-Expo und durch die kleinen Geschäfte in Kailua waren angesagt. Beäugen anderer Athleten passierte so ganz nebenbei. Dabei musste ich feststellen, dass ich noch nie so viele Sockenträger auf einem Haufen gesehen habe - frage mich nur wie viele Paare von den Socken die Jungs dabei haben, oder die werden vielleicht nach dem Rennen einfach abgebröckelt?

Rennentscheidend wird wohl auch der Wind auf der Radstrecke. Gerade die letzten 30km nach Hawi und dann von Hawi zurück hat man mit heftigen Seitenwinden zu rechnen. Dabei mache ich mir am wenigsten Gedanken um die Geschwindigkeit als um meine Sicherheit. Die ersten Einheiten lehrten mich das Fürchten und die Sorge um die Gesundheit.

Auf das Schwimmen am frühen Morgen freue ich mich auch. Es wird zwar sicherlich etwas länger dauern als gewohnt, was aber auf den Wellengang zurückzuführen sein wird. Der Salzgehalt des Meeres ist deutlich und dadurch schwimmt man quasi schon oben. Fortbewegen muss man sich dann aber trotzdem selbst. Mal sehen wie viel mein neu erstandener BlueSeventy-Swimsuit dazu beitragen wird.

Morgen, also am Freitag steht dann am morgen die Wettkampf-Vorbelastung an. Dazu werde ich nochmal eine 10-minütige Schwimmeinheit mit direkten anschließendem 8km-Radfahren und einem 2km-Lauf absolvieren. Nachmittags wird das sportliche Equipment eingecheckt und dann wird der Nachmittag ganz gemütlich angegangen. Strand, Schatten, Balkon, Abendessen, ruhen und schlafen.

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Dienstag, 07.10.2008, 09:18 p.m. Hawaii; Mittwoch, 08.10.2008, 09:18 Uhr MEZ _

Der Ruhetag heute hat sehr gut getan. Wir haben die Insel erkundet und die Seele baumeln lassen. Auf unserer Route lag der Vulcano National Park, Hilo, die Akaka Falls und Waimea. Die Route bedeutete allerdings auch sehr viele Meilen auf dem Zähler und eine Menge Autostunden. Jetzt geht es ins Bett, da morgen früh vor dem Frühstück wieder ein Probetraining am Pier auf dem Plan steht.

So eben habe ich eine Aktualisierung der TV-Zeiten vorgenommen. Das ZDF ist am Freitag Abend mit einer Vorberichtserstattung dabei. Alle TV-Zeiten siehe weiter unten.

Morgen bzw. später dann mehr zum letzten Trainingstag in Kailua - der Raceday nähert sich und die Spannung steigt.

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Montag, 06.10.2008, 09:55 p.m. Hawaii; Dienstag, 07.10.2008, 09:55 Uhr MEZ_

Die Trainingseinheiten am gestrigen Nachmittag waren sehr OK. Das Schwimmen im Schwimmbad hat Spaß gemacht, einziges Problem waren die Zeiten der Intervalle. Nachdem ich mich dann von Meter in Yard umgepolt hatte, war das auch kein Problem mehr.

Heute Morgen ging es wieder zum Ironman-Schwimmtraining am Pier. Diesmal hatten wir das Vergnügen mit zwei großen Wasserschildkröten zu baden, die am Schwimmeinstieg auf uns gewartet haben, sich aber nicht weiter rausgetraut haben. Direkt im Anschluss ging es auf die Radpiste, 90km nach Hawi. Die ersten 60km vergingen wie im Flug, Rückenwind und günstiger Seitenwind machten Spaß, die letzten 30km bis nach Hawi bedeutenden Arbeit, viel Arbeit. Ich glaube so langsam gefällt mir die Radstrecke. Trotz klarem Himmel und Sonnenschein waren die Temparaturen angenehm und der Wind gut, um wenigstens etwas Erfrischung zu bekommen. Die mitgenommenen Getränke, welche nach einer Stunde warm waren, konnten zwar den Durst löschen, jedoch keine Erfrischung herbeiführen.

Nach drei Tagen Training steht morgen nun ein Ruhetag an. Es geht auf Entdeckungsreise auf Big Island. Vulkangebiet und Ostküste stehen auf dem Programm.

Auf 3athlon.de konnte ich die TV-Zeiten für den deutschsprachigen Raum ausfindig machen und habe diese hier für Deutschland nochmal zusammengeschrieben:

ZDF
10.10.2008, 22:00 (MEZ): Heute Journal mit dem Vorbericht zum Ironman Hawaii 2008.

Deutsche Welle
11.10.2008 Vorbericht zum Ironman Hawaii 2008.

Ironman.com
Samstag, 11.10.2008, ab ca 18.00 Uhr (MEZ): Ironman.com mit der Live-Berichterstattung zum Ironman Hawaii 2008.

hessenfernsehen
Samstag, 17:00 - 17:30 Uhr (MEZ), ein 10minütige Zusammenfassung aus Hawaii.

ZDF
Sonntag, 12.10.2008, 15:15-16:15 Uhr: ZDF SpORTreportage mit einer 60minütigen Zusammenfassung des Ironman Hawaii auf Big Island.

Deutsche Welle
12.10.2008 Rennbericht und O-Tön vom Ironman Hawaii 2008

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Sonntag, 05.10.2008, 09:48 a.m. Hawaii; Sonntag, 05.10.2008, 21:48 Uhr MEZ_

Wir sind gut in Kailua-Kona angekommen. Zwar hatten wir in San Francisco eine zwei-stündige Verspätung und damit eine um zwei Stunden verspätete Landung in Kona, konnten aber unsere Anlage und unser Apartment ohne größere Probleme finden. Es ist sehr schön, direkt an einer kleinen Klippe am Meer gelegen. Früstücken auf dem Balkon macht bei dieser Kulisse sehr viel Spaß.

Die ersten zwei Trainingseinheiten habe ich auch schon absolviert. Gestern, also am Samstag, habe ich mir die Radstrecke von Hawi nach Kona angeschaut. Meine Eltern fuhren mich mit dem Mietwagen nach Hawi, zürück drufte ich dann treten - und wie ich getreten habe! Es war warm, es war windig und ich hatte nicht wirklich Spaß beim radeln. Das ich das mal sagen würde hätte ich auch nicht gedacht. Chris McCormack hat mich auch überholt - allerdings hatte er auch ein Führungsmotorrad und somit keinen Gegenwind. Ohne motorisierte Beleitung hätte er es nicht geschaft - glaube ich zumindest. Heute Morgen war ich am Pier schwimmen. Das Wasser ist warm, klar und genießbar. Man kommt sich vor wie in einem großen Aquarium - Fische wohin man schaut. Ein sehr schönes Erlebnis.

So, nun geht es an den Strand um die letzten Einheiten zu regenerieren. Heute Mittag stehen dann noch Schwimmintervalle im Pool sowie ein Läufchen auf dem Alii Drive an. Wir wohnen ziehmlich genau 10km vom LavaJava den Alii Drive raus - gut für einen volle Sonne Nachmittagslauf.

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